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Matthiae-Mahl i Hamborg

Offentliggjort fredag d. 17. februar 2006

Es ist der Kronprinzessin und mir eine besondere Freude, heute abend zugegen zu sein, um in diesem schönen Rathausgebäude an der so traditionsreichen „Matthiae-Mahlzeit“ teilzunehmen.

Ich habe erfahren, dass die „Mathiae-Mahlzeit“ erstmals 1356 Erwähnung gefunden hat. 2006 ist also ein Jubiläumsjahr: Seit nunmehr 650 Jahren besteht diese Tradition. Hamburgs und Dänemarks gemeinsame Geschichte ist aber weitaus älter. Solche, Jahrhunderte überdauernde Zeitlinien erzählen etwas über die Kontinuität und Stabilität in unserem Teil der Welt.

Dänemarks und Hamburgs Geschichte sind seit mehr als tausend Jahren miteinander verwoben. Dass eine so langjährige Gemeinschaft von großer Bedeutung für beide Partner ist, versteht sich von selbst. Ich denke dabei nicht nur an die historischen und politischen Verhältnisse, sondern auch an die Handels- und kulturellen Verbindungen. Dänemark ist Hamburgs nahestes Ausland, und Hamburg ist Dänemarks naheste Großstadt. Beide liegen am Wasser, das Wasser, das uns so viel bedeutet und das es zu schützen gilt.

Das erste mal, dass Hamburg ernsthaft eine Rolle für Dänemark spielte, zog dies erhebliche Konsequenzen nach sich. Hier, von Hamburg aus, wurde Dänemark vor fast 1200 Jahren von Ansgar, dem „Apostel des Nordens“, christianisiert. Schon bald waren es aber die Dänen, die nach Hamburg kamen, wenn auch mit einem etwas destruktiveren Anliegen. 845, ein paar Jahrzehnte nach Ansgar, zerstörten dänische Wikinger die Stadt. – (Ich bedauere!)

Gleichzeitig mit diesen markanten Ereignissen fand aber eine lebhafte Kommunikation auf Alltagsebene statt. Und es ist in erster Linie dieser alltägliche, friedliche Austausch über die Jahrhunderte hinweg, der unsere Gemeinschaft geprägt hat. Ich denke hier an die vitalen Handelsverbindungen, an die Reedereien und an die kulturellen Kontakte, an den Austausch von Künstlern und Wissenschaftlern und an den Tourismus unserer Tage.

Dänemarks und Hamburgs glückliche geographische Lage macht unsere beiden Länder zum „Tor zur Ostsee“. Nach dem Fall der Mauer haben wir eine Reihe von Initiativen verfolgen können, die sich der Zusammenarbeit und der Entwicklung in der Ostseeregion gewidmet haben.

Dänemark wie Hamburg genießen einen guten Ruf als Handelsplätze, begünstigt durch unsere geographische Lage, aus der die Weltmärkte bestens erreicht werden können. Wir waren zwölf Jahrhunderte lang wichtige Stationen im Ost-West- und im Nord-Süd-Handel. Und auf halbem Wege lag Nordeuropas größtes Handelszentrum des Mittelalters, Haithabu. Die archäologischen Ausgrabungen in Haithabu haben gezeigt, dass hier alle Bevölkerungsgruppen einander begegneten. Und dank des leichten Zugangs zu den Weltmeeren war die ganze Welt erreichbar für uns.

In den nachfolgenden Jahrhunderten entstanden neue Städte, die Haithabus Rolle als Vermittler der Seefahrt, des Handels und der Kultur übernahmen: die Hansestädte. Bisweilen kooperierend, bisweilen im Wettbewerb mit Dänemark. Doch sowohl die Zusammenarbeit als auch die Konkurrenz fördern – wie bekannt ist – die Entwicklung.

Hamburg wurde nach und nach zur wichtigsten Hansestadt. Und der Handel mit Dänemark wuchs – ganz besonders, nachdem wir unmittelbare Nachbarn wurden. Altona, heute ein Stadtteil Hamburgs, war dreihundert Jahre lang, bis 1864, die südlichste Stadt des Königreichs. Noch heute können wir die Villen bewundern, die C.F. Hansen in Altona und entlang der Elbe errichtete.

In diesen dreihundert Jahren der unmittelbaren Nachbarschaft herrschte auch ein lebhafter kultureller Austausch. In diese Zeit fällt auch die Gestaltung jenes Taufbeckens 1660 durch Hamburger Goldschmiede, das bis heute bei Taufen im dänischen Königshaus Verwendung findet. Jenes Taufbecken, in dem auch unser Sohn, Prinz Christian vor kurzem getauft wurde.

Der Hamburger Dichter Klopstock lebte für eine längere Zeit in Kopenhagen und erhielt sein Leben lang finanzielle Unterstützung vom dänischen König. Ein anderer Hamburger, Friedrich Kuhlau, verbrachte sein ganzes Erwachsenenleben in Dänemark. Unter anderem schrieb er die Melodie des dänischen Königsliedes.

In den darauffolgenden Jahrzehnten war der berühmteste dänische Gast in Hamburg Hans Christian Andersen. Er besuchte Hamburg im Laufe seines Lebens nicht weniger als 25 mal. Es hat uns Dänen übrigens gefreut, zu sehen, wie sehr Deutschland – und hierunter Hamburg – den dänischen Märchendichter im vergangenen Jahr gefeiert hat.

Davon, dass man in Hamburg auch heute den kulturellen Austausch mit Dänemark ernst nimmt, konnten die Kronprinzessin und ich uns während unseres Besuchs in der Hamburger Kunsthalle überzeugen. Die zahlreichen Ausstellungen, die über die Jahre hinweg dänische Kunst einbezogen haben, weckten unsere Bewunderung.

Am wichtigsten für die wirtschaftliche Entwicklung in unserer Region war sicherlich der Freihafen, der in Altona – mehr als 200 Jahre vor dem Freihafen in Hamburg – entstand. Großkaufleute und Reeder aus Hamburg bedienten sich im 19. Jahrhundert fleißig der günstigen Zollbestimmungen in Altona und ließen aus diesem Grunde viele ihrer Schiffe unter dänischer Fahne fahren.

Das Meer teilt, und das Meer verbindet. Das Meer birgt aber auch Ressourcen in sich, und „gesunde Meere“ sind dringend erforderlich für das ökologische System.

Das Leben in den Meeren ist bedroht. Es ist unser aller Pflicht, sie zu schützen – und ganz besonders wir, die so viele Jahrhunderte lang dem Meer einen großen Teil unseres Wohlstandes zu verdanken hatten.

Am heutigen Tag konnte ich während eines Besuchs im Zentrum für Marine- und Atmosphärische Wissenschaft Einblick darin erlangen, dass man diese Verpflichtung auf hohem wissenschaftlichen Niveau ernst nimmt. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen sehr gerne von einer dänischen Initiative berichten, die in die gleiche Richtung weist: ein Meereslaboratorium zu Wasser, das den Namen Galathea-Expedition trägt. Vor nicht langer Zeit erhielt ich zu meiner Freude die Aufforderung, Schirmherr dieser dänischen Expedition zu werden – eine Weltumseglung, die in einem halben Jahr beginnen wird. Ein dänisches Schiff, besetzt mit Wissenschaftlern und modernster Technik, soll acht Monate lang um die Welt fahren, um schließlich im April 2007 wieder in Kopenhagen anzukommen. Hoffentlich wird man dann wissenschaftliche Erkenntnisse mit an Bord haben, die zu einem besseren Verständnis führen können, wie man unter anderem das einzigartige Leben, das es in den uns umgebenden Meeren gibt, bewahren kann.

Im Namen der Kronprinzessin und in meinem eigenen Namen möchte ich Ihnen, Herr Erster Bürgermeister, noch einmal meine Freude über die Einladung zu dieser Veranstaltung zum Ausdruck zu bringen. Vielen Dank!
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